Dauer und Ablauf einer Umschulung

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Eine Umschulung bietet Arbeitnehmern die Möglichkeit, auf dem zweiten Bildungsweg erneut durchzustarten. Oft liegen die Gründe für die berufliche Neuorientierung in einer bestehenden oder drohenden Arbeitslosigkeit aufgrund eines mangelnden Jobangebots im aktuellen Beruf. Doch auch bei körperlichen und psychischen Erkrankungen kann die Maßnahme sinnvoll sein.

Die Entscheidung zur Umschulung fällt bei vielen Menschen im fortgeschrittenen Alter. Neben den eigenen Bedürfnissen müssen somit auch die familiären Umstände Berücksichtigung finden. Doch wie funktioniert eine Umschulung? Im folgenden Beitrag gewähren wir Ihnen Einblick in die Dauer und den generellen Ablauf einer Umschulung. Zudem stellen wir Ihnen die unterschiedlichen Modelle vor und klären die Frage, ob Ihre Teilnahme vergütet wird.

Wie lange dauert eine Umschulung?

Umschulung in 2 Jahren

Grundsätzlich gilt: Eine Umschulung ist um ein Drittel kürzer als die reguläre Ausbildung in dem jeweiligen Beruf. In den meisten Fällen beträgt diese drei Jahre, sodass sich die Dauer der Umschulung auf ungefähr zwei Jahre beläuft. Nach dem Ablauf der 24 – 28 Monaten, ist eine Abschlussprüfung zu absolvieren. Eine Verlängerung der Umschulung ist nicht vorgesehen und wird durch die staatlichen Förderungsprogramme (meist) nicht unterstützt.

Sonderfall: Umschulung in 36 Monaten

Trotz dieser Regelung gibt es bestimmte Berufe, die auch im Rahmen einer Umschulung drei Jahre dauern. Hierbei handelt es sich um Tätigkeiten, die den Beschäftigten ein besonderes Maß an Kenntnis, Verantwortung und Engagement abverlangen. Ein Beispiel ist die Umschulung zur Erzieherin / zum Erzieher. Hier besteht die Möglichkeit der Verkürzung nur bei umfangreichen Vorkenntnissen in dem Bereich. Die gute Nachricht: Die Förderung durch das Arbeitsamt, das Jobcenter oder die Rentenversicherung erstreckt sich in diesem Fall auf die gesamten 36 Monate.

Alternative: Verkürzung der Umschulungsdauer

Theoretisch können Sie die Zeit durch Ihre Vorkenntnisse aus Ihrem erlernten Beruf verkürzen. Dies funktioniert, indem Sie einzelne Kurse Ihres erlernten Berufes oder Ihre bisher erlangten praktischen Erfahrungen auf Ihre Umschulung anrechnen lassen. Bei einschlägigen Vorkenntnissen ist es oftmals jedoch sinnvoller, eine Weiterbildung statt einer Umschulung zu absolvieren. Zumindest dann, wenn Sie an einem schnellen Abschluss interessiert sind und eine längere Umschulung für Sie mit finanziellen Herausforderungen verbunden ist.

Wie lange dauert eine Umschulung in Teilzeit?

Die Dauer einer Umschulung in Teilzeit schwankt zwischen 24 und 30 Monaten. Im Vergleich zum Modell in Vollzeit unterscheidet sich diese Umschulung in der Dauer nicht zwangsläufig. Dies macht die Teilzeit-Variante zu einer besonderen Herausforderung für Sie als Teilnehmer. Während Sie in den 24 Monaten an allen theoretischen Lerneinheiten teilnehmen, wird der praktische Teil drastisch eingeschränkt. Ist der Praxisunterricht essenziell für den erfolgreichen Abschluss, können Sie die Umschulung in Teilzeit unter bestimmten Bedingungen auf 30 Monate verlängern.

Am Ende der Umschulung nehmen Sie dennoch an derselben Prüfung teil, die auch alle anderen Teilnehmer absolvieren. In dieser werden neben theoretischen Inhalten auch praktische Kenntnisse abgefragt. In handwerklichen Berufen kann sich dies als problematisch erweisen. Für andere Berufsbilder – wie Tätigkeiten in der Verwaltung oder im Büro – ist eine Umschulung in Teilzeit hingegen durchaus sinnvoll, wenn Sie neben der Bildungsmaßnahme Angehörige pflegen oder Kinder betreuen müssen.

Wie läuft eine Umschulung ab?

Neben der Wahl zwischen den zwei Zeitformen Vollzeit und Teilzeit können Sie bei einer Umschulung über den Ablauf bestimmen. Dieser orientiert sich maßgeblich an der Form, die Sie wählen. Die Maßnahme zur beruflichen Neuorientierung unterteilt sich in drei Varianten, die sich in puncto Struktur und Aufteilung unterscheiden. Vor allem der Anteil an praktischen und theoretischen Inhalten schwankt zwischen den einzelnen Modellen.

Wichtig zu wissen: Nicht jede Form eignet sich für jeden Beruf!
Achten Sie bei der Auswahl somit darauf, dass die Umschulung Ihnen alle wesentlichen Inhalte vermittelt und Sie optimal auf Ihren zukünftigen Beruf vorbereitet. Nicht zuletzt sollten Sie Ihre persönlichen Fähigkeiten realistisch einschätzen. Sind Sie eher praktisch veranlagt oder ziehen Sie Tätigkeiten vor, in denen Sie Ihren Kopf anstrengen müssen? Treffen Sie in dieser Phase die richtige Wahl, so wirken Sie späterer Reue und Unzufriedenheit mit Ihrem neuen Beruf vor.
Je nachdem, durch wen die jeweilige Umschulung finanziert wird, steht Ihnen eine Form von „Gehalt“ zu, die Ihre grundlegenden Ausgaben wie Miete oder Lebensmittel decken soll. Eine Umschulung kann durch das Arbeitsamt, das Jobcenter oder auch die Rentenversicherung gefördert werden, wodurch Sie verschiedene Gelder beantragen können. 

Sie wissen nicht, wer für Ihre zukünftige Umschulung zuständig ist bzw. wer diese finanzieren soll? Dann melden Sie sich gerne telefonisch oder auch per Mail, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

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Betriebliche Umschulung

Diese Form der Umschulung entspricht einer klassischen, betrieblichen Ausbildung. Das praktische Wissen wird Ihnen in einem Ausbildungsunternehmen vermittelt. Dort steigen Sie in Ihren zukünftigen Beruf ein und erhalten einen Einblick in alle anfallenden Tätigkeiten. Für den theoretischen Teil besuchen Sie eine Berufsschule. Der Unterricht erfolgt – je nach Beruf und Vereinbarung – als Blockunterricht oder an zwei Tagen in der Woche.

Der Vorteil dieser Umschulungsform ist die umfangreiche praktische Erfahrung, die Sie während der Zeit sammeln. Zudem können Sie in dem ausbildenden Unternehmen erste Kontakte zur Branche knüpfen und Ihnen – mit etwas Glück und viel Engagement – einen zukünftigen Arbeitsplatz sichern. 

Schulische Umschulung

Hier liegt der Fokus auf der Vermittlung von theoretischem Wissen. Sie besuchen unter der Woche eine schulische Ausbildungsstätte, an der Sie in mehreren Unterrichtseinheiten an Ihren zukünftigen Beruf herangeführt werden. Der praktische Teil ist zwar vorhanden aber weitaus weniger ausgeprägt als bei der betrieblichen Umschulung. Er findet in zeitlich begrenzten Praktika in einem Betrieb statt.

Durch die Fokussierung auf den theoretischen Teil bietet sich diese Form der Umschulung für Verwaltungs- und Bürojobs an. Eben alle Berufe, die hauptsächlich kognitive statt manueller Fähigkeiten erfordern. In diesen Branchen gewährt Ihnen das Praktikum einen realistischen Einblick in den Arbeitsalltag, der Sie nach dem Ende der Umschulung erwartet. Der Nachteil: Sie erhalten bei dieser Variante kein Gehalt und müssen gegebenenfalls ein Schulgeld zahlen.

Überbetriebliche Umschulung

Diese Form wird von privaten Bildungsinstituten angeboten, die aber von der IHK anerkannt sind. Sie stellen das Unterrichtsmaterial zur Verfügung und vermitteln dieses durch geschulte Lehrkräfte. Einige Anbieter verfügen – sofern es im Rahmen des Umschulungsberufes sinnvoll ist – zusätzlich über speziell eingerichtete Räumlichkeiten wie eine Übungswerkstatt, in der Sie von Anfang bis Ende beschult werden und so Ihre Prüfung bestehen können. Für den praktischen Teil können Sie Partnerbetriebe nutzen, damit Sie einen Einblick in einen wirklichen Betriebsablauf bekommen.  Praktika sind auch hier ein fester Bestandteil der praktischen Ausbildung.

Bei dieser Umschulungsform steht Flexibilität im Vordergrund. Bei vielen Anbietern können je nach Beruf die Kurse online absolviert werden, sodass lediglich die Abschlussprüfung vor Ort abgelegt werden muss. Nicht zuletzt verfügen private Bildungsträger oft über langjährige Partnerschaften mit einschlägigen Unternehmen der Branche, was sich in der Bewerbungsphase nach der Umschulung als Vorteil erweisen kann.

Eine Umschulung beim Steinmüller Bildungszentrum

Das Steinmüller Bildungszentrum ist eine gemeinnützige Organisation, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat Umschülern den bestmöglichen Neustart in das Berufsleben zu ermöglichen. Hier wurde sich auf sind auf Umschulungen im Bereich der Metall- und Elektrotechnik spezialisiert.  
Wir, das Steinmüller Bildungszentrum, besitzen eine große Übungswerkstatt, in der Sie in kleinen Gruppen von 6-8 Personen sowohl den praktischen, als auch den theoretischen Teil der Umschulung absolvieren können. Das heißt, Sie besuchen keine Berufsschule, sondern haben in einer kleinen Klasse mit den anderen Umschülern bei uns im Haus Schule

Häufige Fragen

Wird man bei einer Umschulung bezahlt?

Bei schulischen und überbetrieblichen Umschulungen erhalten Sie kein „Gehalt“, werden aber dennoch bei Ihren Lebenserhaltungskosten unterstützt. Dies geschieht durch das Arbeitsamt, das Jobcenter, die Rentenversicherung oder vergleichbare Anbieter.  Das heißt: Wenn Ihnen Unterstützung zugesichert wird, werden Sie auch finanziell unterstützt und bekommen Geld, womit Sie Ihre Miete und Lebenserhaltungskosten bezahlen können (es wird lediglich nicht „Gehalt“ genannt).

Bei Arbeitslosigkeit ist die Arbeitsagentur oder das Jobcenter der richtige Ansprechpartner für Sie. Möchten Sie die Umschulung aufgrund von Krankheit absolvieren, ist die Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaft für Sie zuständig, das wird im Einzelfall geprüft. Neben den Förderungsmöglichkeiten lohnt sich ein Blick auf Anbieter von überbetrieblichen Umschulungen. Sie bieten in manchen Fällen flexible Zahlungsmodelle an.

Was muss man bei einer Umschulung machen?

Bei einer Umschulung handelt es sich um eine verkürzte Form der Berufsausbildung. Das bedeutet, dass Sie während der Teilnahme alle Kenntnisse erwerben, die auch die regulären Auszubildenden erwerben. In welcher Form Ihnen das Wissen vermittelt wird, hängt maßgeblich von der Art der Umschulung (betrieblich, schulisch oder überbetrieblich) ab.

Welche Aufgaben Sie genau im Rahmen Ihrer beruflichen Neuorientierung erwarten, hängt von dem Beruf ab. Einen Einblick vorab erhalten Sie bei betrieblichen Umschulungen auf der Webseite der Agentur für Arbeit und bei schulischen Umschulungen auf der Webseite des jeweiligen Instituts. Private Bildungsträger führen die Kursinhalte ihrer überbetrieblichen Umschulungen auf ihrer Webseite oder in Broschüren detailliert auf.

Wie lange dauert eine Umschulung vom Arbeitsamt?

Eine Umschulung über das Arbeitsamt dauert in Vollzeit bis zu 28 Monate und in Teilzeit 24 bis 30 Monate. Wichtig zu wissen: Die Dauer von 30 Monaten bei der Teilzeit-Variante bedeutet erhebliche Mehrkosten für das Arbeitsamt. Aus diesem Grund wird die Verlängerung nur bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen bewilligt.

Wurde der finanziellen Förderung der Umschulung zugestimmt, erstreckt sich die Finanzierung auf die gesamte Dauer der Umschulung. Das Arbeitsamt ist vorrangig an der Erlangung einer qualifizierenden Neuorientierung interessiert, sodass unter Berücksichtigung der bisherigen Laufbahn eine kürzere Weiterbildung statt einer Umschulung vom zuständigen Sachbearbeiter empfohlen wird.

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Teasermotiv Motiv Ausbildung noch in 2020

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